Der Mörder ist fast immer der Gärtner
Heute war es der Gärtner ausnahmsweise nicht, auch wenn er eine Alibi-Rolle im Krimidinner der HOSI Salzburg im Living Room spielte. Eine Veranstaltung mit großem Spaßfaktor.

Gestern (23.04.) gab es den dritten Teil eines neuen Eventformats der HOSI Salzburg. Was am Donnerstag mit einer überaus gelungenen Vernissage des Fotobuchprojekts „ICH“ von Elfriede Pöttgen begann, am gestrigen Abend eine Fortsetzung mit der Queer Party fand wurde heute Nacht mit dem von Gigi LaPajette initiierten Krimidinner zu einem weiteren großartigen Höhepunkt.
Gigi hatte die Story adaptiert, die Moderation verfasst und mit acht weiteren österreichischen Dragqueens eine Mischung aus Dinner und Improtheater an 9 Tischen mit jeweils 12 Gästen realisiert. Konnte sich vorher kaum jemand vorstellen, wie das funktionieren würde, war die Begeisterung schnell einhellig.

Die Story und das Konzept: zum 50. Geburtstag eines wohlhabenden Mitbürgers war eine Dinnerparty geplant. Dumm nur, dass der Gastgeber Maximilian kurz vor der Feier verstarb. Die Leiche wurde gefunden, als die Gäste schon bei Tisch saßen, die Bestürzung war groß und der Commisario forderte die Gäste auf, bei der Ermittlung des Mörders zu helfen.

Jeder Teilnehmer der Tischgesellschaft spielte eine Rolle im Leben des Verstorbenen und schnell wurden Spekulationen über den Lebenswandel, hinterhältige Absichten und mögliche Mordmotive angestellt.

Elsa von Hanter, die plötzlich zur Witwe gewordene Gattin des Verstorbenen war an allen neun Tischen eine österreichische Dragqueen, die anderen Gäste waren Alice, die Schwester des Verstorbenen und Psychologin, Maximilians Tochter Marie mit ihrem neuen Lebenspartner, dem etwas skurrilen Professor Stefan, Maximilians bester Freund Robert, die Hauskosmetikerin Ilona, der Pornoproduzent Sascha, die Maklerin Brigitte, das Hausverwalterehepaar und Walter, der Anwalt des Hauses.

Während des Dreigängemenus entspannen sich wilde Diskussionen, warum wer ein Motiv für diesen Mord gehabt haben könnte. Es kamen erstaunliche Erkenntnisse über den geheimen Lebenswandel aller Familienmitglieder zu Tage. Toll, wie schnell jeder Gast in seine Rolle schlüpfte und sich so ein großer Spaß entwickelte.
Der Mörder ist fast immer der Gärtner
Heute nicht. Da war er der Verführer der Schwester des Mordopfers, was diese erst nach langem Zögern preis gab. Als ihr Bruder ermordet wurde, vögelte sie gerade mit dem 20-jährigen Gartenpfleger in der Laube.
Zu all diesen Geschichten kochte Elfriede Pöttgen mit ihrem Küchenteam ein Dreigänge-Menu. Und das Team der HOSI Salzburg organisierte den Service bravourös. Schließlich ist es nicht alltägliche Aufgabe der HOSI Salzburg, 120 Gäste mit mit einer Menufolge zu bewirten. Jeder Tisch hatte so seinen eigenen Butler. Alles passte und war detailliert ausgearbeitet. Chapeau!

Besonders hervorzuheben ist Gigi LaPajette, die mit diesem Abend eine Kostprobe ihrer Kreativität gegeben hat. Gigi hatte die Idee, hat das Storyboard geschrieben, 1000 Details geplant und mit Hilfe ihrer österreichischen Dragqueenkolleginnen und der HOSI Salzburg organisiert. Ein cooles Event! Und am 14.05. geht es fulminant weiter mit der Langen Nacht der Vielfalt.
Da kommt einem Hera Lind in den Sinn, die in der rbb-Doku letzten Dezember von Salzburg sagte „Diese Stadt ist voller Leben“. Wohl wahr!
Text und Fotos: Peter Goebel
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