CSD Salzburg 2026
Foto: Luka Farbenleer

Die fliegende Hexe

Pride Festival Salzburg 2026

Irgendwo zwischen zeitgenössischem Zirkus, Performancekunst und queerer Inszenierung hat Malin Brandl eine ganz eigene Bühnenwelt erschaffen. Beim Pride Festival Salzburg 2026 feiert das Stück „Queer Witch“ seine Premiere – und verspricht ein Spektakel, das Salzburg in dieser Form noch nicht gesehen hat.

Was fliegende Besen, absurde Charaktere und zweieinhalb Monate Intensivtraining miteinander verbinden? Wir haben uns mit Malin zusammengesetzt und nachgefragt. Zwischen Luftakrobatik, Drag und absurdem Körpertheater erschafft Malin eine Bühnenwelt, die in Salzburg Seltenheitswert hat. Wer Malin performen sieht, merkt schnell: Hier geht es nicht nur um klassische Dragshows oder reinen Zirkus. Vielmehr entsteht ein eigener Stil – irgendwo zwischen zeitgenössischem Zirkus, Performancekunst und queerer Inszenierung.

„Man kann sagen, es ist technisch-zeitgenössischer Zirkus“, beschreibt Malin die eigene Arbeit. „Meine Spezifitäten sind hauptsächlich statisches Trapez und Körpertheater. Es ist meistens clownesk – ich mag schräge, absurde Charaktere ganz gern.“

Vom Zirkus zur queeren Performance

Dabei begann alles ursprünglich mit dem Zirkus. Drag kam erst später dazu. Seit rund sechs Jahren arbeitet Malin professionell in diesem Bereich. Erste Erfahrungen sammelte Malin bei einer Salzburger Zirkus-Convention – damals noch ausschließlich mit Luftakrobatik am Tuch. Erst mit der Zeit entwickelte sich daraus die Verbindung von Artistik, Charakterarbeit und queerer Performance.

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Gerade diese ungewöhnliche Mischung sorgt beim Publikum regelmäßig für Begeisterung. Besonders in Erinnerung geblieben ist vielen ein Auftritt bei „Magic Amour“, bei dem Malin mit einer Discokugel performte und spektakuläre Kopfakrobatik zeigte. „Das ist eine Disziplin, die in Österreich noch nicht so viel gemacht wird – und in Salzburg eigentlich kaum“, erzählt Malin.

„40 Stunden die Woche – voll rein“

Die Arbeit hinter den Shows ist intensiv. Neue Stücke entstehen oft über Monate oder sogar Jahre hinweg. Für das aktuelle Projekt „Queer Witch“ wurde zuletzt über zweieinhalb Monate beinahe täglich gemeinsam trainiert. „40 Stunden die Woche – voll rein“, sagt Malin lachend. Neben körperlichem Training spielen dabei auch Vertrauen und kreative Zusammenarbeit eine große Rolle.

„Queer Witch“ verbindet Luftakrobatik, Magie und Drag mit einer erzählerischen Reise. Gemeinsam mit Artist Steff entwickelt Malin dabei eine Performance zwischen Mystik, Humor und queerer Selbstermächtigung. Das Stück beginnt düster und geheimnisvoll, entwickelt sich aber immer stärker in Richtung Befreiung und Feierlichkeit. „Der Charakter geht irgendwie auf eine Reise“, erklärt Malin. „Am Anfang ist er steifer und ernster und dann wird alles bunter – es endet eigentlich in einer Zelebrierung.“

„Verrückte Ideen rauslassen“

Auf der Bühne treffen fliegende Besen, Zaubertricks und Luftartistik aufeinander. Gleichzeitig bleibt Raum für Improvisation und spontane Momente. Perfektionismus sei zwar immer präsent, erzählt Malin, trotzdem gehe es vor allem darum, im Charakter zu bleiben: „Solange ich in der Rolle bleibe, auch wenn Missgeschicke passieren, bin ich zufrieden.“

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Besonders wichtig ist dabei auch das Publikum. Ohne diese Energie würden viele Projekte gar nicht entstehen. „Es ist schön, diese Freiheit zu haben und einfach alle verrückten Ideen rauszulassen“, sagt Malin. Gerade bei Dragshows erlebt Malin das Salzburger Publikum dabei als überraschend offen und aktiv: „Da wird sehr gut mitgefeiert.“

Mit „Queer Witch“ erwartet die BesucherInnen beim Pride Festival deshalb keine klassische Dragshow, sondern eine immersive Mischung aus Zirkus, queerer Performance, Magie und Theater. Oder, wie Malin selbst sagt: „Sie können sich auf ganz viel Luftakrobatik einstellen. Auf einen fliegenden Besen. Auf Zaubertricks. Und auf gute Laune.“
Sebastian Brandstätter

Veröffentlicht 19. Juni 2026
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