Silvia Prighdt

Die erste Drag Queen unserer „Drag Hochburg Salzburg“ Beitragsreihe ist Silvia Prighdt. Mit ihr haben wir über ihre ersten Erfahrungen in Kleid und hohen Schuhen gesprochen. Wie dieses unverfängliche Probieren zu einer Leidenschaft wurde und wie sie die Salzburger Drag-Szene bewertet.
Schon beim Einstieg in das Gespräch mit Silvia Prighdt wird klar: Der Weg zum Drag war alles andere als geradlinig. „Das erste Mal in Drag war ich 2006, glaube ich“, erinnert sie sich. „Den Anlass weiß ich nicht mehr ganz genau … war das Halloween oder Fasching?“ Aber die Erfahrung blieb. Inspiriert von Filmen wie Priscilla, Queen of the Desert stellte sie schnell fest: „Das gibt’s hier bei uns auch. Das ist nicht nur ein US-Thema.“

Die ersten Schritte waren spielerisch einfach. Ein Outfit von der besten Freundin, eine Perücke sowie Schuhe und dann einfach fortgehen. „Das war irrsinnig lustig“, erzählt sie. Doch eine nachhaltige Szene, wie man sie heute kennt, gab es damals kaum. „Das war noch vor RuPaul’s Drag Race.
Solche oder ähnliche Shows hat es damals noch nicht gegeben.“ Es fehlte noch die wirkliche Repräsentation von Drag bei uns. „Dann hat sich das irgendwie wieder aufgehört und Silvia ist in einem jahrelangen Tiefschlaf gefallen.“
Silvia – neu erwacht
Erst viele Jahre später, im Jahr 2022, kam die Wende und das eher zufällig. Während sie eine ihrer Freundinnen besuchte hörte sie erstmals von einer Dragshow in Salzburg, die ganz in der Nähe regelmäßig lautstark stattfindet. „Dann bin ich so hellhörig geworden“, erzählt sie. Kurz darauf besuchte sie eine dieser Shows, bei der es sich um nichts weniger als eine Show der Magic Garage im Salzburger Narrencastl handelte.

Der nächste Schritt folgte sehr schnell: Ein Kostüm Contest. „Es muss ja nicht perfekt sein“, dachte sie sich damals und machte mit. Kurz darauf folgte der Sprung auf die Bühne bei einer Weihnachtsshow: „Ich habe mir gedacht, ich mache ein lebendiges Christbaum-Outfit.“ Die Resonanz war positiv, und plötzlich stand die Frage im Raum: Weitermachen oder nicht? „Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei“, war ihr klar.
„Silvia hat sich vor 15 bis 18 Jahren anders angefühlt.“ Dennoch sei die Figur sofort wieder da gewesen als würde man „einen Teil seiner Persönlichkeit ablegen und gleichzeitig einen anderen aktivieren“.

Heute ist Silvia Prighdt nicht nur Performerin, sondern auch Producerin eigener Formate. Mit dem Project .png verfolgt sie einen klaren Ansatz: „Ich will nicht nur einen Song performen, sondern auch mal was Lustiges machen.“
„Drag soll nicht isoliert bleiben“
Dabei geht es ihr bewusst um die Verbindung verschiedener Kunstformen. „Drag soll nicht isoliert bleiben. Ich möchte einen Zugang schaffen, der viele verschiedene Menschen erreicht“, erklärt sie.
Diese Perspektive prägt auch ihren Blick auf die Szene insgesamt. Salzburg sieht sie überraschend stark aufgestellt: „Von der Qualität und wie innovativ wir sind, stehen wir den größeren Städten in nichts nach.“ Trotz des Größenunterschieds zu Wien gebe es eine bemerkenswerte Vielfalt und alles in allem beschreibt Silvia Prighdt die Salzburger Drag-Szene als: „Divers, bunt und authentisch.“
Interview und Text: Sebastian. Brandstätter
Silvia Prighdt ist Co-Producerin des Magic Cabaret im Toihaus. Tickets dazu gibt es hier.
Drag Hochburg Salzburg
Neben großen Städten wie Wien, München oder Berlin ist Salzburg mit seinen knapp 160.000 Einwohner eine eher kleine Stadt. Was in Salzburg sicher nicht klein ist, ist die stadteigene Drag-Szene, die sich seit mehr als fünf Jahren in der Mozartstadt etabliert. Wir gehen der Frage nach, warum sich Salzburg als Drag Hochburg bezeichnen kann und was die Motive der Künstler sind. [Weiterlesen]
Magic Cabaret
Calamity Jane bringt mit ihrem Line-Up den Charme des Burlesque der 20er Jahre nach Salzburg. Satire, Tanz, Musik, Comedy und bewusst provokative Sinnlichkeit finden beim Magic Cabaret im Mai ihren Platz auf der Bühne des Salzburger Toihaus. Ein neues Drag Format, dass wir uns genauer anschauen möchten. [Weiterlesen]
Willkommen im Cabaret!
„Willkommen, welcome, bienvenue“ sang Liza Minelli 1972 im Film-Musical „Cabaret“. Ende der 1920er Jahre herrscht in Berlin eine sehr liberales Lebensgefühl. Bis die Nazis an die Macht kamen. Auf Grundlage des Romans „Good-bye to Berlin“ von Christopher Isherwood entstand 1966 das Musical „Cabaret“, das 2022 auf die Bühne des Salzburger Landestheaters kam. [Weiterlesen]








Den 




